Kaminbrand: Bis die Feuerwehr kommt, kann eine Tüte Salz helfen

 

Ein qualmender Kamin und zwei Feuerwehrleute auf dem Dach: Einsätze wie der am Montagmorgen in Emmels sind typisch für diese Jahreszeit. In Emmels ist die Sache recht glimpflich ausgegangen. Die Feuerwehr hatte die Situation sehr schnell unter Kontrolle, lediglich der Schrecken dürfte den Bewohnern noch in den Knochen sitzen.

Das GrenzEcho hat beim diensttuenden Zonenleiter Feuerwehrkommandant Holger Pip nachgefragt, wie man sich in einer solchen Situation am besten verhält und auch, wie Kaminbränden vorzubeugen ist. „Wichtig ist auf jeden Fall, den Kamin gut durchzufegen, besonders wenn er längere Zeit nicht in Betrieb genommen wurde“, erklärt Pip. Die regelmäßige Säuberung ist ohnehin gesetzlich verpflichtend vorgesehen. Da es in unserer Region sehr wenige Schornsteinfeger gibt, übernehmen oft auch Dachdecker oder Heizungsinstallateure diese Aufgabe. Kann man eventuell auch selbst den Unterhalt übernehmen? „Ich denke schon, es macht Sinn, einen Fachmann zu fragen, vor allem, da dieser sofort kleine Risse oder Löcher reparieren kann“, sagt Holger Pip zu diesem Thema. Neben der gründlichen Reinigung vor der Inbetriebnahme ist es auch wichtig, trockenes Holz zu verwenden. Wenn das Holz feucht ist, können sich auch hier Rückstände bilden und den Kamin „verharzen“. Außer Frage steht, andere Dinge als Holz zu verbrennen. „Das ist ohnehin verboten und vor allen Dingen aufgrund der giftigen Stoffe, die dabei abgegeben werden können, zu vermeiden“, erklärt der Feuerwehrmann.

Wenn es schief gegangen ist, dann hört man dies in erster Linie. „Es ist dann so ein Brummen im Kamin zu hören“, erklärt Holger Pip das Geräusch. Außerdem wird der komplette Kamin extrem heiß. Diese Anzeichen sind oft schon zu bemerken, bevor Funken oder Flammen aus dem Kamin schlagen – dies ist dann meist auch der Zeitpunkt, an dem die Nachbarn Alarm schlagen. Mit Wasser löschen: Diesen Reflex sollte man in einer solchen Situation tunlichst vermeiden.

Ein Eimer Wasser verschlimmert die Situation eher noch.

„Im Kamin herrschen bei einem Brand Temperaturen bis zu 100 Grand Celsius. Schüttet man darauf einen Eimer Wasser, dann verdampft dieses sofort“, erklärt Holger Pip, warum eigene Löschversuche keine so gute Idee sind. Der enorme Druck, der dabei entsteht, kann zu Rissen führen und die ganze Situation noch verschlimmern. Besser ist es, Ruhe zu bewahren, die Feuerwehr zu rufen und die Situation zu kontrollieren. „In einem normal gebauten Kamin besteht normalerweise keine Gefahr und man kann ihn ruhig ausbrennen lassen“, so Holger Pip. So lange die Situation unter Kontrolle ist, spricht auch nichts dagegen, sich weiterhin im Haus aufzuhalten, vielleicht in einem anderen Zimmer, um eine Kohlenmonoxid-Vergiftung zu vermeiden. „Das gilt ohnehin stets beim Umgang mit offenem Feuer. Wichtig ist es, für eine ausreichende Belüftung zu sorgen.“ Sobald man einen Anflug von Kopfschmerz verspürt, ist es wichtig für frische Luft zu sorgen bzw. das Gebäude zu verlassen.

Schließlich hat Holger Pip noch ein paar Tipps aus der Trickkiste, die bei Kaminbrand helfen können: Eine Tüte Salzkann z.B. eine feuerhemmende Wirkung haben und dafür sorgen, dass der Brand in seiner Entstehung gebremst wird. Das gleiche gilt – falls zur Hand – für Kartoffelschalen. „Das sind Tipps aus alten Zeiten“, lacht Pip – „aber es wirkt.“ Der Feuerwehrkommandant betont übrigens, dass niemand Angst haben muss, die Feuerwehr zu rufen. Der Einsatz bei einem Kaminbrand ist stets kostenlos – sogar dann, wenn man vergessen hat, den Kamin zu fegen… (pf)